Lesungen 2018

Kommende Lesungen für das Jahr 2018

Die Lesungen, kombiniert mit Gesprächen und Diskussionen, finden immer um 21.00 Uhr in der Hotellounge und bei schönem Wetter auf der Terrasse statt.

  1. 09.jan
    Franzobel

    „Das Floß der Medusa“

    FranzobelLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Franzobel wurde am 1. März 1967 als Stefan Griebl in Vöcklabruck, Oberösterreich geboren und studierte nach der Matura (HTL für Maschinenbau) von 1986 bis 1994 Germanistik und Geschichte in Wien. Während seines Studiums arbeitete er immer wieder als Komparse am Wiener Burgtheater und setzte sich auch intensiv mit Malerei und Concept Art auseinander, sein Studium beendete er 1994 mit einer Diplomarbeit zur visuellen Poesie mit Schwerpunkt Österreich.

    Neben seiner literarischen Tätigkeit (er publiziert im Eigenverlag, in Kleinverlagen und innerhalb von Mail-Art-Projekten) arbeitet er als Maler (Concept Art bis 1992). Von 1994 bis 1998 betreute er den Kleinverlag Edition ch, den die Autorin Christine Huber 1989 gegründet hatte. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Prosatexte und Lyrik, die in der Spannung zwischen Experiment (Arbeiten mit automatisierter Übersetzung u.a. im Peroidikum Rampe) und Einfallsreichtum einerseits sowie Strukturen andererseits ihren unverwechselbaren Reiz gewinnen.

    Sein sprachexperimenteller Erzähltext "Die Krautflut" wurde 1995 mit dem ersten Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs ausgezeichnet. In rascher Folge erschienen weitere Bücher (Romane, Lyrik, Kinderbücher) und Theaterstücke. Er erhielt weitere Auszeichnungen, darunter den Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und den Nicolas Born-Preis (2017). Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Krimis " Wiener Wunder " (2014) und "Groschens Grab " (2015) sowie 2017 sein Roman "Das Floß der Medusa", für den er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und den Bayerischen Buchpreis erhielt.

    Der Künstlername des Autors, der ein begeisterter Fußballfan ist, rührt vom Spielstand 2 zu 0 eines Fußballländerspiels zwischen Frankreich und Belgien her: aus Fran2:0Bel wurde Franzobel. Franzobel ist bekanntlich ein großer Anhänger des Fußballklubs Rapid Wien. Über seine Fußballleidenschaft erschien 2006 der Erzählband mit dem Titel „Der Schwalbenkönig“. Heute wohnt er mit seiner aus Argentinien stammenden Frau Carla und Sohn Laurenz in Wien, besucht aber des öfteren Buenos Aires. Man kann ihn also getrost Weltenbummler nennen.

    Das Floß der Medusa

    18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt.

    Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens? Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben?

  2. 06.feb
    Hubert Filser

    „Menschen brauchen Monster“

    Hubert FilserLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Hubert Filser wurde 1966 in Ingolstadt geboren. Er ist Wissenschaftsjournalist, unter anderem Reporter für die Süddeutsche Zeitung und P.M., zudem Autor der Talk-Sendung von Quarks & Co beim WDR (moderiert von Ranga Yogeshwar).

    Er ist Autor mehrerer Sachbücher, zuletzt erschien eine kurze Geschichte der Menschheit unter dem Titel „Das erste Mal" (2011). Der studierte Physiker und Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München ist für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erschien 2015 „Aha - Hubert Filsers großes Buch der Alltagsfragen“, im Oktober 2017 nun sein neuestes Werk „Menschen brauchen Monster: Alles über gruselige Gestalten und das Dunkle in uns“.

    Menschen brauchen Monster: Alles über gruselige Gestalten und das Dunkle in uns

    Seit Jahrtausenden ersinnen wir Ungeheuer und Fabelwesen, die uns zugleich Furcht einjagen und faszinieren. Wir brauchen sie, um unseren Ängsten eine Gestalt zu geben und sie so beherrschbar zu machen. Hubert Filser zeigt, wie jede Gesellschaft ihre eigenen Monster hervorbringt und was diese über die Menschen verraten, die sie erdacht haben.

    Ob Hundsköpfige, anmutige Sirenen oder Dracula - eins verbindet all diese schaurigen Kreaturen: Sie sind ein Spiegelbild gesellschaftlicher Strömungen und sagen viel darüber aus, was zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als normal galt und was nicht. Monster sind anders, wild und unberechenbar - und deshalb ungemein spannend!

  3. 06.mar
    Paulus Hochgatterer

    „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war“

    Paulus HochgattererLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Paulus Hochgatterer, geboren 1961, wuchs in Amstetten und Blindenmarkt in Niederösterreich auf. Nachdem er 1979 seine Reifeprüfung abgelegt hatte, studierte er Medizin und Psychologie an der Universität Wien. 1985 promovierte er dort zum Doktor der Medizin.

    Ab 1992 hatte er als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie des Kinder- und Jugendalters eine Stelle als Oberarzt beim Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel in Wien inne. Später leitete er das Institut für Erziehungshilfe in Wien-Floridsdorf. Seit 2007 steht Hochgatterer der neugegründeten Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Landesklinikums Tulln als Primar vor. Er lebt mit seiner Familie in Wien.

    Hochgatterer, Mitglied der österreichischen IG Autorinnen Autoren, ist Verfasser von erzählerischen Werken, die auf den beruflichen Erfahrungen des Autors als Psychiater basieren und deren Protagonisten häufig psychisch Kranke und Außenseiter sind.

    Er erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Österreichischen Kunstpreis 2010. Bei Deuticke erschienen bisher: Über die Chirurgie (Roman, 1993, Neuauflage 2005), Die Nystensche Regel (Erzählungen, 1995), Wildwasser (Erzählung, 1997), Caretta caretta (Roman, 1999), Über Raben (Roman, 2002), Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen (Erzählung, 2003), Die Süße des Lebens (Roman, 2006), Das Matratzenhaus (Roman, 2010), Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe. Eine Poetik der Kindheit (2012) und Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (Erzählung, 2017).

    Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

    Paulus Hochgatterer ist zurück! Mit einer berührenden Geschichte über Angst, Sehnsucht und Alltag im Krieg: Im Oktober 1944 taucht auf einem Bauernhof in Niederösterreich ein ungefähr dreizehnjähriges Mädchen auf, verstört und offenbar ohne Erinnerung. Nelli wird aufgenommen und wächst in die Familie hinein.

    Einige Monate später kommt eines Nachts ein junger Russe auf den Hof. Er hat nichts bei sich außer einer Leinwandrolle, die er hütet wie seinen Augapfel. Zwischen ihm und dem Mädchen entspinnt sich eine zarte Beziehung, die durch das Eintreffen einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten jäh unterbrochen wird.

    Glanzvoll und fulminant erzählt Paulus Hochgatterer die Geschichte eines verschollenen Gemäldes - und von einem einfachen Mann, der zum Helden wird.

  4. 03.apr
    Peter Klien

    „Das Glück des Einzelnen und das Glück der Gemeinschaft“

    Peter KlienVortrag

    Über den Autor und sein Werk

    Arbeitet als als Pressesprecher in der Österreichischen Bibliothekenverbund und Service GmbH. Lektor am Institut für Philosophie der Universität Wien, Schauspielschule, diversen Schauspiel- und Kabarettproduktionen, Gewinner des Goldenen Neulingsnagels 2009, 2. Gewinner Hopp oder Tropp 2010), Österreichs einziger Nachwuchskabarettist mit grauen Haaren, Autor bei der ORF Late-Night-Show “Willkommen Österreich” für Stermann und Grissemann, “Kliener Wochenrückblick” - satirische Wochenrückblicke für den WIENER-online, Satire-Blog “Gedankenzüge im Kopfbahnhof”.

    Das Glück Des Einzelnen und das Glück der Gemeinschaft

    Im Altgriechischen heißt Glück „eudaimonia“. Es bezeichnet jenen Zustand, wo, wörtlich genommen, ein guter Geist über das Leben herrscht. So verstand sich die antike Philosophie als Sorge um die Seele, als Einübung in den Tod oder als staunendes Betrachten. Und zahlreiche Philosophenschulen beschworen unterschiedliche Ideale auf dem Weg zum erfüllten Leben: Unabhängigkeit von Äußerlichkeiten, Gemütsruhe, Lust und Leidenschaft, Willensstärke oder Übereinstimmung mit der Natur.

    Trotzdem: Das Glück der Griechen umfasste mehr als ein paar Taschenspielertricks der Lebensführung. Vor einer Fragmentarisierung unserer Existenzen, vor der Vereinzelung von Individuen war nämlich jeder Mensch immer auch Teil einer Gemeinschaft – als Bewohner einer Stadt, als Bürger einer Polis. Immer hatte Glück demnach eine politische Dimension. Und glücklich wurde nur, wer sich als „Politiker“ hervortat. Während umgekehrt niemand froh werden konnte, der nur sich selber lebte – als Privatmann, der sich dem Gemeinwesen entzog.

    Übrigens: Die Griechen nannten den Privatmann „Idiot“. Und Ironie der Geschichte: Eine Unterscheidung zwischen Politikern und Idioten kann heute nicht mehr ganz so streng erfolgen wie damals zu der Zeit der alten Griechen.

    www.facebook.com/peter.klien
  5. 08.mai
    Bigit Müller-Wieland

    „Flugschnee“

    Birgit Müller-WielandLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Birgit Müller-Wieland, 1962 in Schwanenstadt geboren, wuchs in Oberösterreich und in der Steiermark auf. Ab 1980 studierte sie Germanistik und Psychologie an der Universität Salzburg. 1989 promovierte sie mit einer Arbeit über „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss zum Doktor der Philosophie.

    Anschließend war sie als Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und von 1991 bis 1993 als Geschäftsführerin des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten tätig. Daneben leitete sie Schreibwerkstätten und Literaturkurse für Jugendliche. Von 1996 bis 2007 lebte sie als freie Schriftstellerin in Berlin, seither in München. Sie ist mit dem Komponisten und Dirigenten Jan Müller-Wieland verheiratet und hat eine Tochter. 2000 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.

    Müller-Wieland ist Verfasserin von Romanen, Erzählungen, Gedichten, Hörspielen und Libretti. Sie ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung, der österreichischen IG Autorinnen Autoren und des Verbandes Deutscher Schriftsteller.

    U. a. erhielt sie folgende Auszeichnungen: 1996 den Rauriser Förderungspreis, 1997 ein Jahresstipendium des Landes Salzburg, 2000 den Harder Literaturpreis, 2001 den Würth-Literaturpreis , 2002 das Adalbert-Stifter-Stipendium des Landes Oberösterreich, ein Stipendium des Berliner Senats und den Reinhard-Priessnitz-Preis. In den Jahren 2007/2008 sowie 2009/2010 wurde ihr das österreichische Staatsstipendium zuerkannt. 2015/16 erhält sie vom Österreichischen Bundeskanzleramt das Projektstipendium für Literatur.
    2017 wurde sie mit „Flugschnee“ für den Deutschen Buchpreis nominiert.

    Flugschnee

    “Was macht das Glück einer Familie aus? Wenn es - neben vielen Komponenten wie der Abwesenheit von Krankheiten, sicherem Einkommen und dergleichen - gemeinsame Erinnerungen sind, die Zusammenhalt ermöglichen, miteinander gelebte Vergangenheit“, so denkt Lucy an einem Dezembertag in Berlin an eine unglückliche Familie.

    Ihr Bruder Simon ist verschwunden. Das Nachdenken über ihn führt sie zu einem früheren Wintertag ins Haus der Großeltern in Hamburg, an dessen Ende etwas geschah, das den Kindern verschwiegen wurde. Dieses Schweigen bestimmt nicht nur die weitere Zukunft, sondern reicht auch in die Generation der Großeltern und Urgroßeltern zurück, welche sich in vielfältig Ungesagtes verstrickten, politisches, persönliches. Helene, die Großmutter, kämpft gegen Ende ihres Lebens allerdings umso vehementer um ihre Erinnerungen: jede, auch die schlechteste, ist ihr willkommen, um dem „Schmelzen im Kopf“ zu widerstehen.

    Schnee und Stein sind in diesem Roman die Materialien, an denen die Figuren scheitern oder wachsen, an denen sie dem Bedrohlichen eine Form abzuringen, dem Zerstörerischen ein “Dennoch” entgegenzusetzen versuchen.

  6. 05.jun
    Robert Manesse

    „HINWEIS: Lesung wegen Unfall abgesagt!“

    Robert MenasseLesung

    Über den Autor und sein Werk

    HINWEIS: Die Lesung mit Robert Menasse wurde aufgrund eines Unfalles abgesagt!

    Robert Menasse wurde am 21. Juni 1954 in Wien geboren. Menasse studierte in Wien, Salzburg und Messina Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft und promovierte 1980. Von 1981 bis 1988 arbeitete er an der Universität Sao Paulo in Brasilien als Assistent am Institut für Literaturtheorie. Seither ist der Schriftsteller und Essayist als freier Publizist tätig. 1990 wurde Robert Menasse als erster mit dem "Heimito-von-Doderer-Preis" ausgezeichnet. Der Schriftsteller, der auch als Übersetzer aus dem brasilianischen Portugiesisch arbeitet, lebt in Wien und Amsterdam. 2002 wurde er mit dem "Friedrich-Hölderlin-Preis", dem "Marie-Luise-Kaschnitz-Preis" und dem "Lion-Feuchtwanger-Preis" sowie 2003 mit dem "Erich-Fried-Preis" ausgezeichnet. 2012 wurde Robert Menasse der "Donauland-Sachbuchpreis" verliehen und 2013 der "Heinrich-Mann-Preis" für Essayistik. Im Jahr 2014 erhielt er den "Max Frisch-Preis".

    Die Hauptstadt - Der große europäische Roman

    In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.

    Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespenstes aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; „zu den Akten legen“ wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.

    In seinem neuen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen.

    Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.

    www.facebook.com/Robert.Menasse
  7. 18.sep
    Iris Wolff

    „So tun, als ob es regnet“

    Iris WolffLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Iris Wolff, geboren 1977, wuchs in Hermannstadt/Siebenbürgen und in Semlak/Banat auf. 1985 emigrierte sie zusammen mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie studierte Deutsche Sprache und Literatur, Religionswissenschaft und Grafik und Malerei an der Philipps-Universität Marburg.

    Von 2003 bis 2013 war sie Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach sowie Dozentin für Kunstvermittlung. 2013 war sie Literatur-Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Koordinatorin für Kulturelle Bildung am Kulturamt Freiburg.

    Wolff veröffentlicht sowohl belletristische als auch wissenschaftliche Texte. 2014 wurde sie für ihren Roman „Halber Stein“ mit dem Ernst-Habermann Preis ausgezeichnet.

    So tun, als ob es regnet

    Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die „Geheime Gesellschaft der Schlaflosen“. Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird.

    Über vier Generationen des 20. Jahrhunderts und vier Ländergrenzen hinweg erzählt Iris Wolff davon, wie historische Ereignisse die Lebenswege von Einzelnen prägen. Zwischen Freiheit und Anpassung, Zufall und freiem Willen erfahren ihre Protagonisten: Es gibt Dinge, die zu uns gehören, ohne dass wir wüssten, woher sie kommen. Und es gibt Entscheidungen, die etwas bedeuten, Wege, die unumkehrbar sind, auch wenn wir nie wissen werden, was von einem Leben und den Generationen vor ihm bleiben wird.

  8. 16.okt
    Theresia Enzensberger

    „Blaupause“

    Theresia EnzensbergerLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Theresia Enzensberger, Tochter des Dichters und Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger (einst geistige Leitfigur revolutionärer Studenten), wurde 1986 in München geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte Film und Filmwissenschaft am Bard College in New York und schreibt als freie Journalistin unter anderem für die FAZ, FAS, ZEIT Online, Krautreporter und Monopol.

    2014 gründete sie das vielfach preisgekrönte BLOCK Magazin, das sich dem "Relevanzgehechel" des Medienbetriebs entziehen will. Bei Hanser erschien ihr Debütroman Blaupause (2017).

    Blaupause

    Luise Schilling ist jung, wissbegierig und voller Zukunft. Anfang der brodelnden zwanziger Jahre kommt sie an das Weimarer Bauhaus. Sie studiert bei Professoren wie Gropius oder Kandinsky und wirft sich hinein in die Träume und Ideen ihrer Epoche.

    Zwischen Technik und Kunst, Kommunismus und Avantgarde, Populismus und Jugendbewegung lernt Luise gesellschaftliche Utopien kennen, die uns bis heute prägen.

    Rasant und äußerst gegenwärtig erzählt Theresia Enzensberger von einer jungen Frau in den Wirren ihres Lebens: von den Konflikten zwischen Rechts und Links bis zum Sprung eines jungen Liebespaares in einen nächtlichen Fluss.

  9. 13.nov
    Monika Helfer

    „Schau mich an, wenn ich mit dir rede“

    Monika HelferLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Monika Helfer, geboren 1947 in Au im Bregenzer Wald, wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater, der Verwalter in einem Erholungsheim für Kriegsversehrte war, arbeitete in der Pension als Bibliothekar.

    Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1991 den Förderungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur, 1994 den ORF-Hörspielpreis für „Oskar und Lilli“, 1995 den Ehrenpreis des Vorarlberger Buchhandels, 1997 den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, 2011 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis für „Rosie und der Urgroßvater“, 2012 den Johann-Beer-Literaturpreis für „Die Bar im Freien“ und 2016 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. 2017 wurde sie mit „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ zum Deutschen Buchpreis nominiert.

    Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Focus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

    Seit 1981 ist sie mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 2003 bei einem Spaziergang am Hohenemser Schlossberg. Helfers Roman „Bevor ich schlafen kann“ von 2010 ist deren Andenken gewidmet. Helfer und Köhlmeier leben gemeinsam in Hohenems.

    Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

    Vev ist ein Scheidungskind, ihre Familie ist größer, als sie es schon einmal war. Da ist die Mutter, Sonja, die auch mithilfe von Drogen nicht recht über die Scheidung hinwegkommt, und da ist ihr Neuer, den alle nur The Dude nennen, einer, der die Dinge in die Hand nimmt und aufräumt in Sonjas Leben. Und da ist Milan, Vevs Vater, der zu Natalie und ihren beiden Töchtern zieht, aber auch in seiner neuen Familie nicht den richtigen Platz findet.

    Sie alle gehören irgendwie zusammen, weil sie nicht voneinander loskommen. Und Vev? Und die anderen Kinder? Die Kinder lernen schnell, wie das Spiel läuft, und spielen es bald besser als die Erwachsenen.

    Es sind skandalös alltägliche Verhältnisse, die Monika Helfer in den Blick nimmt. Sie geht nahe heran an die Menschen, die darin leben, die mit sich und den anderen zurechtzukommen versuchen. Ihr Blick ist entlarvend, aber auch voller Empathie, schonungslos, aber immer im Dienst der Aufrichtigkeit. Und was aus größerer Entfernung wie eine Familie aussieht, ist bei näherer Betrachtung eben oft nicht mehr als ein fein austariertes System von Eigeninteressen.

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Literatur am Kirchturm

Autoren zu Gast bei uns im Hotel Juffing

Willkommen im World Wide Schrebergarten von Peter Klien (Gewinner des Goldenen Neulingsnagels 2009, 2. Gewinner Hopp oder Tropp 2010). Seit dem Jahr 2010 auf den kleinen und großen Bühnen Österreichs solistisch um das Heiterkeitsschaffen in unserem Land bemüht und am 3. April bei uns im Juffing!

Außerdem laden wir Sie herzlich ein zu einem Abend mit Robert Menasse ein, der für den Roman „Die Hauptstadt“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Robert Menasse verwebt Zeiten, Nationen und Institutionen zu einer einzigartigen Panoramaaufnahme von Europa. Historisch fundiert, satirisch gekonnt und mit Witz und Verve blickt Menasse in die Vergangenheit und Zukunft Europas.

Alle anderen Autoren, die bei uns im Jahr 2018 lesen werden, finden Sie links.

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