Lesungen 2020

Kommende Lesungen für das Jahr 2020

Die Lesungen, kombiniert mit Gesprächen und Diskussionen, finden immer um 21.00 Uhr in der Hotellounge und bei schönem Wetter auf der Terrasse statt.

  1. 14.jan
    Andrea Grill

    „Cherubino“

    Andrea GrillLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, studierte u. a. in Salzburg und Thessaloniki und promovierte an der Universität Amsterdam in Biologie. Sie wurde u. a. mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2011) und dem Förderpreis für Literatur der Stadt Wien (2013) ausgezeichnet. Andrea Grill lebt in Wien und unterrichtet an der Universität Bern. Zuletzt erschienen bei Zsolnay die Romane Das Paradies des Doktor Caspari (2015) und Cherubino (2019).

    Zum Buch
    Eine starke Frau, zwei Männer, eine Schwangerschaft und die große Oper - in ihrem neuen Roman erzählt Andrea Grill eindringlich von einer Sängerin zwischen Kind und Kunst.
    Die 39-jährige Sängerin Iris Schiffer ist zielstrebig, selbstbewusst und auf gutem Karriereweg. Demnächst gibt sie als Cherubino in Mozarts Oper "Hochzeit des Figaro" ihr Debüt an der Met, und unverhofft wird ihr eine Hauptrolle bei den Salzburger Festspielen angeboten. Aber die schönste Nachricht ist ihre Schwangerschaft, von der Iris zunächst weder den beiden in Frage kommenden Vätern noch ihrer Agentin etwas verrät, zumal die Premiere in Salzburg und der Tag der Geburt nah beieinander liegen. Andrea Grill erzählt von einer souverän handelnden Frau, die erst allmählich bereit ist, ihre Schwangerschaft anzunehmen. Von den Männern nimmt sie, was sie braucht. Denn das, was zählt, sind sie und ihr Kind.

  2. 11.feb
    Sylvie Schenk

    „Eine gewöhnliche Familie“

    Sylvie SchenkTextkonzert mit Sylvie Schenk und Heribert Leuchter

    Über die Autorin und ihr Werk

    Sylvie Schenk wurde 1944 in Chambéry, Frankreich, geboren, studierte in Lyon und zog 1966 nach Deutschland. Sylvie Schenk veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen und in La Roche de Rame, Hautes Alpes. Bei Hanser erschien 2016 ihr Roman Schnell, dein Leben. 2018 der Roman „Eine gewöhnliche Familie“.

    Heribert Leuchter
    Freischaffender Musiker, Komponist, Bandleader, Arrangeur, Film-, TV- und Bühnenmusikproduzent; Musikalischer Leiter div. Theaterproduktionen; Gründer und Leiter div. Ensembles, u. a.: LUX-Orchester, Heribert Leuchter Trio; Betreiber des eigenen Plattenlabels LUXaries Records; zahlreiche LP- und CD Veröffentlichungen mit Originalkompositionen; internationale Konzertreisen…

    In den Textkonzerten liest die Autorin Sylvie Schenk aus ihrem aktuellen Roman. Heribert Leuchter spielt live dazu speziell für diese Texte komponierte Musiken.

    Zum Buch
    Auf den ersten Blick ist es die einfache Geschichte einer Frau aus den französischen Alpen, die sich während des Studiums in einen Deutschen verliebt. Sie heiratet, zieht in ein deutsches Dorf, die Kinder werden groß, die Eltern sterben. Doch es ist kein einfaches Leben in der neuen Heimat, Louises Mann ist dort ganz anders, als sie ihn kennengelernt hat. Zugleich erfährt Louise immer mehr Details aus der Vergangenheit des autoritären Schwiegervaters, der im Krieg in Frankreich war. „Schnell, dein Leben“ ist eine Befreiungsgeschichte, ein neuer Blick auf die Nachkriegszeit, ein Lebensbuch - von Sylvie Schenk mit großer Klarheit und Wucht erzählt.

  3. 17.mar
    Raphaela Edelbauer

    „Das flüssige Land“

    Raphaela EdelbauerLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Raphaela Edelbauer, geboren 1990 in Wien, wuchs im niederösterreichischen Hinterbrühl auf. Sie studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst, war Jahresstipendiatin des Deutschen Literaturfonds und wurde für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage 2018 ausgezeichnet. Beim Bachmannpreis in Klagenfurt gewann sie 2018 den Publikumspreis. 2019 wurde ihr der Theodor-Körner-Preis verliehen.

    Zum Buch
    Ein Ort, der nicht gefunden werden will. Eine österreichische Gräfin, die über die Erinnerungen einer ganzen Gemeinde regiert. Ein Loch im Erdreich, das die Bewohner in die Tiefe zu reißen droht. In ihrem schwindelerregenden Debütroman geht Raphaela Edelbauer der verdrängten Geschichte auf den Grund.

    »„Das flüssige Land“ [ist] eine abgründige und einfallsreiche Parabel auf Österreich und den Umgang mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit, ein philosophisch-phantastischer Roman«
    Florian Baranyi, ORF, 25.08.2019

    Der Unfalltod ihrer Eltern stellt die Wiener Physikerin Ruth vor ein nahezu unlösbares Paradox. Ihre Eltern haben verfügt, im Ort ihrer Kindheit begraben zu werden, doch Groß-Einland verbirgt sich beharrlich vor den Blicken Fremder. Als Ruth endlich dort eintrifft, macht sie eine erstaunliche Entdeckung. Unter dem Ort erstreckt sich ein riesiger Hohlraum, der das Leben der Bewohner von Groß-Einland auf merkwürdige Weise zu bestimmen scheint. Überall finden sich versteckte Hinweise auf das Loch und seine wechselhafte Historie, doch keiner will darüber sprechen. Nicht einmal, als klar ist, dass die Statik des gesamten Ortes bedroht ist.

    Wird das Schweigen von der einflussreichen Gräfin der Gemeinde gesteuert? Und welche Rolle spielt eigentlich Ruths eigene Familiengeschichte? Je stärker sie in die Verwicklungen Groß-Einlands zur Zeit des Nationalsozialismus dringt, desto vehementer bekommt Ruth den Widerstand der Bewohner zu spüren. Doch sie gräbt tiefer und ahnt bald, dass die geheimnisvollen Strukturen im Ort ohne die Geschichte des Loches nicht zu entschlüsseln sind.

    »Raphaela Edelbauer überschreitet Grenzen und rückt in unerforschte Gebiete der Literatur vor.«
    Jurybegründung Rauriser Literaturpreis

  4. 07.apr
    Elisabeth Hager

    „Fünf Tage im Mai“

    Elisabeth HagerVortrag

    Über die Autorin und ihr Werk

    Elisabeth R. Hager, geboren 1981, ist Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Kulturvermittlerin. Sie arbeitet als redaktionelle Mitarbeiterin in der Abteilung Radiokunst von Deutschlandfunk Kultur.
    Mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebt sie zwischen Neuseeland, Berlin und Tirol.
    Für einen Auszug aus »Fünf Tage im Mai« wurde Elisabeth Hager mit dem »Hilde-Zach-Literaturstipendium 2018« der Stadt Innsbruck ausgezeichnet.

    Zum Buch
    Ein funkelnder Roman über die ungewöhnliche Freundschaft einer jungen Frau mit ihrem Urgroßvater und über die Selbstlosigkeit wahrer Liebe.

    Illy und ihr Urgroßvater sind ein ungleiches Gespann. Während sich Tatka mit großen Schritten dem Greisenstatus nähert, fängt Illy gerade an, die Welt zu entdecken. Doch ihre freie Zeit verbringen sie am liebsten gemeinsam - ob in der alten Fassbinder-Werkstatt oder auf dem Rücken von Tatkas Moped. Beschwingt und mit großer Wärme erzählt Elisabeth Hager über einen Zeitraum von achtzehn Jahren von fünf Tagen im Mai, an denen die Würfel im Leben der beiden neu fallen.

    llly ist ein Wildfang, besitzt einen scharfen Verstand und einen Urgroßvater namens Tatka. Der ist ein Auslaufmodell:
    Berserker im Greisengewand, letzter Fassbinder Tirols, Anhänger der untergegangenen K.u.K.-Monarchie und bald schon der älteste Mann im Dorf. Wenn Illy an ihren freien Nachmittagen bei ihm in der Werkstatt sitzt, lauscht er mit seinem guten Ohr ihren Berichten, erzählt vom untergegangenen Kaiserreich und weiht Illy ins Fassbinder-Handwerk ein. Sie wiederum teilt mit ihm jedes Geheimnis, etwa, dass in dem Atlas, den sie gerade erst in der Schule bekommen hat, ein seltsamer Name steht: Tristan Unger. Tatsächlich verliebt sich Illy Jahre später in Tristan, einen Außenseiter, der so gar nicht in die Tiroler Dorfidylle passen will.

    Die Eltern verbieten ihr den Umgang, nur Tatka deckt die junge Liebe. Doch Illy erkennt eines Tages selbst, dass sie eine Entscheidung treffen muss. Noch ahnt sie nicht, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung sie ein Leben lang begleiten werden.

    »Elisabeth R. Hager [...] hat etwas geschafft, das verblüffend schwierig ist: ein herzerwärmendes Buch zu schreiben, das frei von Kitsch bleibt - und trotzdem zu Tränen rührt. Ach, und das Österreichische! Es blitzt durch die Zeilen, es liegt in der Sprache, es schwingt vor allem im melancholischen Ton [...] es macht diesen Roman besonders.«
    Mareike Fallwickl, Letzebuerger Journal, 15.05.2019

  5. 12.mai
    Franzobel

    „Rechtswalzer“

    FranzobelLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis (1995), den Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und den Nicolas-Born-Preis (2017). Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Krimis Wiener Wunder (2014) und Groschens Grab (2015) sowie 2017 der Roman Das Floß der Medusa , für den er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Sein neuestes Buch ist der Krimi Rechtswalzer.

    Zum Buch
    Der erfolgreiche Getränkehändler und Barbesitzer Malte Dinger ist ein Glückspilz. Als er jedoch unverschuldet in die Fänge der Justiz gerät, steht plötzlich seine ganze Existenz auf dem Spiel. Für den Balkan-Casanova Branko ist das Leben da schon vorbei. Vieles deutet darauf hin, dass er das Opfer abseitiger sexueller Praktiken geworden ist, doch Kommissar Groschen glaubt nicht recht daran. Das Verhältnis Brankos zu der lustig gewordenen Witwe des Bautycoons Hauenstein bringt dann die Machenschaften der neuen rechtsnationalen Regierung ans Licht, die den bevorstehenden Opernball als Propagandaspektakel inszenieren will. Franzobels neuer Krimi spielt in der Zukunft, ist aber brandaktuell.

  6. 09.jun
    Armin Thurnherr

    „Fähre nach Manhattan“

    Armin ThurnherrLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Armin Thurnher, geboren 1949 in Bregenz. Mitbegründer, Miteigentümer und Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Preis des österreichischen Buchhandels für Toleranz und Otto-Brenner Preis für seinen Einsatz für ein soziales Europa. Bei Zsolnay erschienen zuletzt Republik ohne Würde (2013), der Essay Ach, Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik (2016) und Fähre nach Manhattan (2019).

    College, Black Power, Love and Peace - Armin Thurnher beschreibt den Aufbruch eines jungen Mannes von der österreichischen Provinz ins Amerika der 60er-Jahre.
    Ein amerikagläubiger junger Mann reist 1967 aus der Provinz in Österreich in die USA, nach New York, in die Metropole der Metropolen, ins Zentrum der Welt. Doch alles ist ganz anders als in seinen Vorstellungen. Er steht an einem Wendepunkt seines Lebens, er taucht ein in eine Welt der Glaspaläste und der Obdachlosen, von Subkultur und Rassismus, Sex und Revolte. Was dieser junge Mann erlebt und was er versäumt, beschreibt Armin Thurnher in diesem so ernsthaften wie ironischen Roman, der dem eigenen Leben nahe ist. Er erforscht, wie einer seine Sicht auf die Welt ändert und wie es kommt, dass er am Ende doch kein Amerikaner wird. Obwohl nicht viel fehlt.

  7. 21.jul
    Thomas Girst

    „Alle Zeit der Welt“

    Thomas GirstLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Thomas Girst, geboren 1971, studierte Kunstgeschichte, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und an der New York University. Der ehemalige taz-Korrespondent verantwortet seit 2003 das internationale Kulturengagement der BMW Group. 2016 wurde er als „Europäischer Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Zuletzt erschienen The Duchamp Dictionary (2014), Art, Literature, and the Japanese American Internment (2015) und 100 Secrets of the Art World (2016). Er lebt in München.

    Zum Buch
    Geschichten über erstaunliche Dinge, die sehr viel Zeit brauchen - Eine Feier der Langsamkeit gegen das Tempo der Gegenwart

    Ein umfassendes Wörterbuch, an dem mehrere Generationen gearbeitet haben, oder ein französischer Briefträger, der auf seinem täglichen Gang Steine und Muscheln sammelt, aus denen er in 33 Jahren ganz alleine einen fantastischen Palast errichtet: Manches braucht eben etwas mehr Zeit. Thomas Girst versammelt höchst unterhaltsame Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern mit langem Atem - einer Fähigkeit, die vielen von uns heute fehlt. Doch wenn er sich Zeit lässt, sind dem Menschen große Dinge möglich. Wir müssen nur lernen, uns die Zeit zu nehmen. Dieses Buch erhebt Einspruch gegen das Diktat des Tempos.

  8. 08.sep
    Felix Mitterer

    „Felix Mitterers erster Roman, inspiriert vom Leben Angelo Solimans“

    Felix MittererLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Felix Mitterers Stücke zählen zu den meistgespielten in Österreich. Wie kaum jemand sonst versteht er es, ungewöhnliche Schicksale dramaturgisch in Szene zu setzen. Geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, ist Mitterer seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor, mitunter auch selbst Schauspieler. Sein Blick gilt oft den Außenseitern, den sozial Randständigen und jenen, die den Mut aufbringen, gegen den Strom zu schwimmen. Seit 1987 erscheinen Mitterers Stücke und Drehbücher im Haymon Verlag, einzeln sowie gesammelt in bisher fünf Bänden. Zu seinem 70. Geburtstag im Februar 2018 erschien seine Autobiographie "Mein Lebenslauf", 2019 sein erster Roman "Keiner von euch".

    Zum Buch
    Prestigeprojekt, Sklave, Mensch: Mitte des 18. Jahrhunderts wird ein Junge von Afrika nach Europa verschleppt und fortan „Angelo Soliman“ genannt. Katholisch getauft und nach höfischer Tradition erzogen, steigt er zum Kammerdiener auf und verkehrt mit Kaiser Joseph II. und Wolfgang Amadeus Mozart. Am Ende seines Lebens steht das Ungeheuerliche: Sein Körper wird präpariert und im Kaiserlichen Naturalienkabinett ausgestellt - verkleidet als halbnackter „Wilder“ mit Federn und Muschelkette.

    Von der Lebensgeschichte Angelo Solimans inspiriert, nähert sich Felix Mitterer behutsam einem bemerkenswerten menschlichen Schicksal. Zwischen Emanzipation und Assimilation, zwischen Respekt und Degradierung als gezähmter „Wilder“ muss sich Angelo Soliman behaupten: in einer rassistischen Gesellschaft, die ihn als Fetischobjekt und Symbol der Aufklärung zu vereinnahmen versucht.

  9. 29.sep
    Markus Orths, Copyright: Yves Noir

    „Picknick im Dunkeln“

    Markus OrthsLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Markus Orths wurde 1969 geboren und studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik in Freiburg. Er lebt als Autor mit seiner Familie in Karlsruhe. Seine Romane wurden in sechzehn Sprachen übersetzt. Er ist außerdem Autor von Hörspielen und Kinderbücher. Bei Hanser erschien 2017 sein Roman Max.

    Zum Buch
    Picknick im Dunkeln (Erscheinungstermin: 27.01.2020) ist eine unglaubliche, unerhörte Begegnung, die den Bogen spannt über siebenhundert Jahre Weltgeschichte: Stan Laurel und Thomas von Aquin. Der Roman ist eine aufregende philosophische Reise, eine urkomische und todernste Geschichte über die großen Fragen des Lebens.

    Dieser Roman spielt im Dunkeln: Zwei Männer in vollkommener Finsternis, unendlich lange Gänge. Stehenbleiben ist keine Option. Sie wollen ans Licht, unbedingt. Sie tasten sich voran, führen irrwitzige Gespräche und teilen die Erinnerungen an zwei haarsträubend unterschiedliche Leben. Die Männer? Stan Laurel und Thomas von Aquin. Der begnadete Komiker trifft auf den großen Denker des Mittelalters. Warum hier? Warum jetzt? Warum gerade sie beide? Genau dies müssen sie herausfinden, um endlich ans Licht zu gelangen.

    Markus Orths zieht uns in ein Abenteuer der Gedanken hinein, in eine Fantasie über Sinn und Unsinn des Sterbens und Lachens.

  10. 27.okt
    Köhlmeier

    „Von den Märchen - Eine lebenslange Liebe“

    Michael KöhlmeierLesung

    Über den Autor und sein Werk

    Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard am Bodensee, lebt als freier Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen, sehr erfolgreich als Erzähler antiker und heimischer Sagenstoffe und biblischer Geschichten. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. Rauriser Literaturpreis (1983), Manès-Sperber-Preis (1995) und Anton-Wildgans-Preis (1996). Zuletzt erschienen u.a. die Romane „Die Abenteuer des Joel Spazierer“ (2013) und „Zwei Herren am Strand“ (2014). Bei Haymon: „Sunrise“. Erzählung (1994, HAYMONtb 2010), „Die Leute von Lech“ (mit Fotos von Konrad R. Müller, 1994), „Trilogie der sexuellen Abhängigkeit“ (HAYMONtb 2008), "Drei Depeschen gegen den Krieg" (2014), "Das Lied von den Riesen". Mit Zeichnungen von Lorenz Helfer (2015), "Der Unfisch" (HAYMONtb 2016) sowie zuletzt "Der Mensch ist verschieden" (2017), eine kleine Sammlung an Charakterporträts, die Michael Köhlmeier gemeinsam mit seiner Frau Monika Helfer verfasst hat. 2018 erschien Michael Köhlmeiers Liebeserklärung an die Märchen "Von den Märchen". Eine lebenslange Liebe als Auftakt der Reihe HAYMON schwärmt.

    Lieben Sie Märchen? Dann lieben Sie dieses Buch
    Michael Köhlmeiers Erzählerstimme ist hierzulande untrennbar mit den Stoffen der Märchen verknüpft, seine Nacherzählungen sind legendär und gehören längst selbst zum Kanon der großen Märchenliteratur. Nicht weniger geschätzt ist Köhlmeier für seine eigenen Erzählungen und Romane, darunter „Sunrise“, „Abendland“, „Die Abenteuer des Joel Spazierer“ oder zuletzt „Der Mann, der Verlorenes wiederfindet“. Dass seine Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, mit den Märchen der Brüder Grimm begann, verrät er nun in diesem Buch.

    Mit Michael Köhlmeier das Geheimnis der Märchen ergründen
    In seiner unverwechselbaren Tonart lässt Köhlmeier uns teilhaben an seiner Faszination für das Genre der Märchen und verfällt dabei selbst ins Erzählen: Er schildert Episoden aus Kindheit, Jugend und Studienjahren, er schreibt von seiner Märchen erzählenden Großmutter und dem geschichtsbesessenen Vater, vom Aufkeimen seiner Liebe zu den Märchen und Mythen, von der Bewunderung für die Brüder Grimm - und dringt dabei tief ins rätselhafte Herz der Märchen vor.

    „Ich betrachtete die Märchen und dachte über sie nach, wie ich den Blitz am Nachthimmel betrachtet und wie ich auf den Donner gelauscht habe und auf den Regen. Was gab es an diesen Erscheinungen zu begreifen - ich meine: Hatten sie Bedeutung? Hielten sie für etwas her, was sie nicht selbst waren? Ein Berg, wie er von der Natur hingestellt wurde, ist doch keine Metapher. Hätte ich ein Märchen begreifen können? Was bedeuteten Märchen? Waren die Figuren, die Geschehnisse, die Zaubereien metaphorisch zu verstehen? Sollte ich überhaupt versuchen, ein Märchen zu begreifen? - ‚Greif einen Schmetterling nicht an!‘, hieß es, als ich ein Kind war. ‚Wenn die feine Staubschicht auf seinen Flügeln verletzt wird, stirbt er.
    Ich ahnte, es gibt nichts zu begreifen an einem Märchen. Nichts zu deuten. Die Deutungen erzählten mehr über den Deuter und seine Ansichten und Absichten als über seinen Gegenstand. Sehr früh hatte ich eine Nase dafür, wenn jemand mithilfe dieser stummen Schönheiten mir seinen Braten schmackhaft machen wollte.“
    Michael Köhlmeier in Von den Märchen

    „Köhlmeier erschafft Erzählwelten, die aus eigenem Recht leuchten.“
    Frankfurter Rundschau, Martin Oehlen

  11. 10.nov
    Birgit Birnbacher

    „Ich an meiner Seite“

    Birgit BirnbacherLesung

    Über die Autorin und ihr Werk

    Birgit Birnbacher, geboren 1985, lebt als Soziologin und Autorin in Salzburg. 2016 erschien ihr Debütroman "Wir ohne Wal", sie wurde u. a. mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto Stiftung, dem Rauriser Förderungspreis und dem Theodor Körner Förderpreis ausgezeichnet. 2019 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis.

    Zum Buch
    Arthur, 22, still und intelligent, hat 26 Monate im Gefängnis verbracht. Endlich wieder in Freiheit stellt er fest, dass er so leicht keine neue Chance bekommt. Ohne die passenden Papiere und Zeugnisse lässt man ihn nicht zurück ins richtige Leben. Gemeinsam mit seinem unkonventionellen Therapeuten Börd und seiner glamourösen Ersatzmutter Grazetta schmiedet er deshalb einen ausgefuchsten Plan. Eine kleine Lüge, die die große Freiheit bringen könnte ... Humorvoll und empathisch erzählt Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher davon, wie einer wie Arthur überhaupt im Gefängnis landen kann, und geht der großen Frage nach, was ein „nützliches“ Leben ausmacht.

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Lesungen

Autoren zu Gast bei uns im Hotel Juffing

Was verbindet uns mit Norbert Gstrein, Christoph Ransmayr, Sabine Gruber, Maja Haderlap und Michael Köhlmeier? Sie alle haben schon bei uns gelesen und mit ihren Ideen das Juffing immer wieder aus dem sanften Dämmerschlaf geweckt. Umgeben von handsignierten Büchern und lauschigen Plätzchen hat das Juffing die Literatur verinnerlicht: Jedes Zimmer ist eine Bibliothek für sich.

Alle Autoren, die bei uns im Jahr 2020 lesen werden, finden Sie links.

Juffing ® Daniel Zangerl