Lesung Arno Geiger

Dienstag, 25. Oktober 2016

Arno Geiger macht in seinem Roman „Selbstportrait mit Flusspferd“ das rosa Mascherl rund um Kindheit und Jugend auf und beschreibt die diffuse Gemütslage eines 22-Jährigen. Der Höhepunkt des Lebens kann für den Autor nicht zuallererst im Leben daherkommen und so lässt er seine Hauptfigur erkennen, dass Erwachsenwerden nicht das Erlernen von Selbstkontrolle (z.B. durch Karate) bedeutet, sondern das Gegenteil davon: Erst als Fragender ist man erwachsen, denn je älter man wird desto mehr nimmt die Komplexität zu. Gedanklich entführt uns Arno Geiger in eine (Goethe-)Zeit, in der das Werden höher als das Fertige angesiedelt war und der Langsame einer beschleunigten Zeit keine Erklärung schuldig blieb. Arno Geigers Sprache ist das Gegenteil von alt und das scheint ja seine große Kunst zu sein - Sprache, Thema und Figuren so aufeinander einzufärben, dass sich ein stimmiges Bild vor den Augen des Lesers aufbaut. Das Zwergflusspferd ist Sinnbild für den quälenden Zustand der Lethargie während parallel dazu der „Treibstoff der Jugend“ für Ruhe- und Rastlosigkeit steht. Das von Geiger empfohlene Gedankenexperiment das eigene Leben mit den Augen des 20-jährigen anzuschauen, lohnt sich. Der Besuch von Arno Geiger war uns eine große Ehre.

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Arno Geiger

Lebenslauf

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