Kaiserklamm

Auf dem Holzweg

Was Tobias Moretti in "Stille Nacht, Heilige Nacht" mit der Brandenberger Holzdrift zu tun hat.

Die Kaiserklamm und was du im Hotel davon erzählt bekommst:

„Zieh die Schuhe aus. Stell dich ins Wasser. Schick deine Sorgen mit dem Wasser talabwärts. Spüre die feinen Perlen auf deiner Haut und die Kälte. Atme tief ein und LEBE.“

Als noch keine Forststraßen Tirols Wälder erschlossen hatten und keine LKWs für den mühelosen Abtransport von Nutzholz zur Verfügung standen, ersannen findige Förster eine geniale Methode, große Mengen geschlagener Baumstämme aus der Wildnis in die Zivilisation zu bringen. Sie nutzten die „Autobahnen der Natur“ in unseren Wäldern, die Flüsse. Klingt einfach, war aber sehr kompliziert.

In Brandenberg, ganz in unserer Nähe, spielte sich jahrhundertelang dutzende Male im Jahr ein ganz besonderes Spektakel ab, das selbst Kaiser und Staatsmänner als Zaungäste und staunende Beobachter anlockte. Etwa Erzherzog Johann von Österreich oder Kaiser Franz Joseph.

 

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Es war ein Spektakel, das europaweit seinesgleichen suchte – die Holztrift von Brandenberg.

Europaweit eine der größten ihrer Art, die laut historischen Aufzeichnungen mehr als 600 Jahre durchgeführt und erst 1966 eingestellt wurde. Wassermassen, tonnenschwere Holzstämme polterten die Fluten hinab und kantige Männer riskierten ihr Leben für eine Hand voll Geld. Ihren Höhepunkt erreichte die Flößerei in der Zeit der Industrialisierung, als der Holzhunger von Großstädten wie Wien und Budapest fast nicht mehr gestillt werden konnte. Holz war damals der wichtigste Energieträger und die Holztrift war eine strenge und entbehrungsreiche Arbeit, die die ganze Region über die Jahrhunderte prägte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Kramsach sogar zum größten Holz-Umschlagplatz Tirols. In den letzten Jahrzehnten der Holztrift fanden jährlich an die 35 Triften statt. Das Holz war am Markt beliebt, da es günstiger als nicht getriftetes Holz war. Die Helden der Flüsse und Flöße: starke, mutige und zuverlässige Männer, die nicht schwimmen konnten. Die schwer beladenen Flöße mussten mit riesiger Geschwindigkeit um Felsen herum und über Steine hinweg gelenkt werden. Das Steuern eines Floßes bedurfte somit äußerst viel Erfahrung. Die dafür am besten geeignete Besatzung: unverheiratete Männer.

Es gibt einen berührenden Film, in dem diese diese Nichtschwimmer als Flößer eine wichtige Rolle spielen. Der Film passt in die Weihnachtszeit: „Das ewige Lied“, ein deutsch-österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 1997 mit Tobias Moretti. 

Die Trift war ein logistisches Meisterwerk an menschlicher Arbeit, das in einem Museum nur exemplarisch dargestellt werden kann, aber die Ausstellung im Museum Tiroler Bauernhöfe liefert wertvolle Eindrücke über diese Teils lebensgefährliche Arbeit. In der Holzfällerhütte versetzen Bilder, Texte und ein Kurzfilm in die beschwerliche und gleichsam faszinierende Zeit der Holztrift. Besuchen Sie bei Ihrem nächsten Urlaub die Originalschauplätze, nämlich die geschichtsträchtigen Klausen und Triftsteige, die heute ein beliebtes Ausflugsziel sind.

Gehzeit:

  • Bequem erreichen Sie in gut 1,5 Stunden Gehzeit ab dem Parkplatz Kaiserhaus den Almgasthof Erzherzog-Johann-Klause.
  • Man kann aber auch zur Ackernalm fahren und dann zur Klause wandern.
  • Mit den Bikes gelangen Sie in gut 1,5 Stunden vom Hotel aus über die gut ausgebaute Forststraße am schnellsten dorthin.
  • Mit dem E-Bike sind Sie in einer Stunde dort!